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Amphiphil: Eigenschaft
von sogenannten Zwittermolekülen, die am jeweiligen Molekülende
(Kopf bzw. Schwanz) eine unterschiedliche Umgebung bevorzugen (amphi
[griech.] = 'zu beiden Seiten'); d.h. ein amphiphiles Molekül
besitzt beispielsweise auf der einen Seite einen wasserlöslichen
(hydrophilen) Kopf und auf der anderen Seite einen wasserunlöslichen
(hydrophoben) bzw. fettanziehenden (lipophilen) Schwanz.
Arzneimittelverabreichung (engl.:
drug delivery) bezeichnet allgemein das Verfahren oder die Technologie,
mit der ein Therapeutikum angewendet bzw. dem Körper zugeführt
wird.
Dermis (lat.: corium) ist
die Kollagen-bindegewebsreiche Hautschicht (Unterhaut) unter der Epidermis
(Oberhaut). Beim Säugetier ist die Dermis ca. 10-20 mal dicker als
die Epidermis. In der Dermis liegen unter anderem die Kapillargefässe,
bestimmte Hautdrüsen, immunologisch aktive Zellen, sowie Nervenenden.
Die Dermis ist daher die Hautregion, die für die dermatologische
Arzneimittelverabreichung entscheidend ist.
Diffusion beschreibt die Temperatur- und/oder
Konzentrations-getriebene Eigenbewegung von einzelnen Teilchen, insbesondere
einzelnen Atomen oder Molekülen, in einem Körper oder Stoff.
Wird die Eigenbewegung der Teilchen durch Konzentrationsunterschiede ausgelöst,
so findet sie in Richtung niedrigerer Konzentrationen statt. Andere Faktoren
für gerichtete Diffusion sind beispielsweise elektrische Potentialunterschiede
(Elektrodiffusion) oder Temperaturunterschiede (Thermodiffusion).
Epikutan bedeutet "der
Haut (Kutis) aufliegend", die Hautoberfläche betreffend.
Epidermis ist die gefässlose, schützende
Aussenhaut. Die äusserste Schicht bildet die aus abgestorbenen Hautzellen
bestehende Hornhaut (stratum corneum). Darunter liegt die sogenannte
lebende Epidermis. Die tiefste Schicht der Epidermis (Oberhaut)
ist die Basalschicht; sie bildet die Grenze zwischen der Epidermis
(Oberhaut) und der darunter liegenden Dermis (Unterhaut). Beim
Menschen ist die Epidermis in der Regel zwischen 0,03 mm und -
äusserst selten - 4 mm dick.
Galenik: bezeichnet die
Fachrichtung der Pharmazie, die sich mit der Zubereitung, Formgebung u.
technologischen Prüfung von Arzneimitteln beschäftigt.
Glukokortikosteroide, oder Glukokortikoide,
sind Kortikoide, die den Kohlenhydrat-Stoffwechsel des Körpers beeinflussen.
Hydrophil bedeutet "Wasser
liebend" oder wasserlöslich.
Hydrophob bedeutet "Wasser abstossend"
oder wasserunlöslich.
Interferon ist ein zur
Gruppe der Zytokine gehörendes, von kernhaltigen Zellen gebildetes
niedermolekulares Protein, das als Hemmstoffe der intrazellulären
Virusreplikation wirkt.
Keratinozyten (auch
als sog. Stachelzellen bezeichnet) stellen den elementaren Baustein der
Epidermis dar. Die Keratinozyten durchlaufen als multipotente Zellen verschiedene
Differenzierungsgrade, bevor sie am Ende ihrer Lebenszeit nach etwa 35
bis 45 Tagen - als Hornschuppe von der Hornzellschicht (stratum corneum)
abgestoßen werden.
Korneozyten sind abgestorbene Hautzellen
(Keratinozyten) in der äussersten Hornschicht (stratum corneum),
die vollständig mit sehr dicht gepackten Keratinfilamenten gefüllt
sind.
Kortikosteroide, oder Kortikoide,
sind biologisch aktive Steroidverbindungen, die in der Nebennierenrinde
gebildet werden.
Lamelle
(lat.: lamella): eine dünne Schicht
Lipid-Doppelschicht besteht aus zwei
Schichten amphiphiler Molekülstrukturen. In wässriger Lösung
ordnen sich die hydrophoben bzw. lipophilen Anteile im Inneren
der Lipid-Membran zueinander, während die hydrophilen Enden
nach aussen gerichtet sind.
Lipide bezeichnen - ganz allgemein - als Oberbegriff
die Gruppe der Fette und fettähnlichen Stoffe. Einfache Lipide sind
Kombinationen aus dem Ester des Glyzerins und gesättigten und ungesättigten
Fettsäuren. Diese sind monobasische organische Säuren der allgemeinen
Formel R-COOH, wobei R eine lipophile Kohlenwasserstoffkette bezeichnet.
Lipophil bedeutet "fettliebend".
Liposom aus einer Lipid-Doppelschicht bestehendes,
quasi-stabiles Bläschen-förmiges Teilchen, das im Inneren eine
wässrige Lösung enthält (und daher dem Modell einer primitiven
Zellmembran entspricht).
Mizelle ist ein Aggregat
von Lipiden mit nach innen gerichteten hydrophoben und nach außen
gerichteten hydrophilen Gruppen.
Mischmizelle ist
eine Art Mizelle, die aus mindestens zwei verschiedenen Substanzen besteht.
Multilamellar
bedeutet in einer allgemeinen Definition "mehrschichtig".
Nicht-invasiv bedeutet
"nicht-eindringend".
Nicht-Steroide unterscheiden sich von
den Steroiden in der Molekülstruktur, haben aber eine ähnliche
Wirkung wie die Steroide (zu den bekanntesten Steroiden gehören die
Kortikoide). Typisch für nicht-steroide Wirkstoffe wie für Kortikoide
ist die wachstums- und entzündungshemmende Wirkung.
Penetrabilität
bezeichnet allgemein die auf die treibende Kraft normierte Transportrate
mit der eine Barriere durchdrungen wird. Sofern der Begriff Penetrabilität
im Zusammenhang mit dem Transport von Partikeln durch eine Barriere mit
Poren im Nanometer-Maßstab verwendet wird, gibt die Penetrabilität
die Fähigkeit an, dass das jeweilige Partikel diese Barriere durchdringt.
Dabei beeinflusst die Barriere selbst die Durchdringungs-Fähigkeit.
Penetration beschreibt
allgemein den Prozess der Durchdringung. Penetration einer Barriere beinhaltet
die aktive (d.h. eine Kraft erfordernde) Schaffung eines Durchgangs durch
diese Barriere. Der Begriff Penetration sollte daher nicht verwendet werden,
um einen diffusionsgetriebenen Transport zu beschreiben, der nur bei einer
bereits bestehenden Öffnung zum Tragen kommen kann.
Permeabilität ist die Eigenschaft
eines porösen Gebildes, insbesondere einer Membran (z.B. Zell-, Basalmembran),
andere Stoffe durchtreten zu lassen, wobei Durchlässigkeit und Wanderungsgeschwindigkeit
besonders von der Poren- und Teilchengröße abhängig sind.
Permeation bezeichnet das Hindurchtreten
eines Stoffes durch eine Membran. Allgemein versteht man unter Permeation
den Transport durch eine zumindest halbdurchlässige (semipermeable)
Barriere aufgrund eines Diffusionsprozesses. Zum Teil wird hierfür
allerdings fälschlicherweise der englische Begriff "barrier
penetration" benutzt.
Phospholipide (oder Phospatide)
sind Lipide mit wenigstens einer Phosphat-Gruppe im hydrophilen Molekülteil.
Phosphatidylcholin (meist unter Lecithin bekannt) ist das am häufigsten
in der Natur vorkommende Phosholipid und findet sich beim Menschen u.a.
in Blutplasma, Erythrozyten, Galle, sowie grauer und weisser Hirnsubstanz.
Solubilisierungskonzentration
bezeichnet hier die Mindestmenge eines oberflächenaktiven Inhaltstoffes,
die gerade ausreichend ist, um grosse Lipid-Aggregate (z.B. Liposomen)
in die entsprechenden, kleineren Mischmizellen umzuwandeln.
Steroide: Zur Stoffklasse der Steroide
gehören eine Vielzahl von Molekülen, die auf dem Grundgerüst
des Sterans aufgebaut sind und daher zwar ähnliche chemische Eigenschaften
aufweisen, jedoch biologisch unterschiedlich wirken, wie z.B. Kortikosteroide
und Salze der Gallensäuren. Das chemische Grundgerüst der Steroide
besteht aus kondensierten, gesättigten Kohlenwasserstoffringen mit
mindestens 17 Kohlenstoffatomen, wobei einzelne Kohlenstoffatome an der
Bildung mehrerer Ringe beteiligt sind.
Stratum corneum (lat.) zu deutsch:
Hornhaut, ist die äusserste Hautschicht. Sie besteht aus bis zu 30
Lagen flacher, biologisch bereits toter, biochemisch jedoch noch aktiver
Zellen. Die Zwischenräume zwischen diesen Zellen, den Korneozyten,
sind nahezu komplett mit quasi-lamellaren Stukturen ausgefüllt, die
zu ca. 80% aus gesättigten Lipiden bestehen. Im Inneren bestehen
die Korneozyten weitestgehend aus Keratinfilamenten. Das stratum corneum
als äusserste Schutzschicht des Körpers ist säurebeständig
und sehr widerstandsfähig gegen mechanische Einwirkungen. Diese Hautschicht
kann kaum von Wasser oder wässrigen Lösungen durchdrungen werden
und kann zudem die Diffusion lipophiler Substanzen weitgehend verhindern.
Insgesamt verhindert das stratum corneum so zum einen das Austreten
oder den Verlust von Körperflüssigkeit, Lipidverbindungen und
anderen Makromolekülen aus den tieferen Hautschichten. Zum anderen
verhindert das stratum corneum den entgegengesetzten Effekt, den
Eintritt von Krankheitserregern, Giften, aber auch Arzneimitteln durch
die Hautoberfläche in den Körper.
Subkutan bedeutet "unter der Haut".
Tenside sind oberflächenaktive
Stoffe, die einer Flüssigkeit zugesetzt werden, um die Ausdehnung,
die Feuchtigkeit oder ähnliche Eigenschaften zu verändern bzw.
typischerweise zu erhöhen. Die meisten Wasch- und Reinigungsmittel
basieren auf Tensid-Verbindungen.
Transdermale (Arzneimittelverabreichung)
bezeichnet typischerweise den nicht-invasiven Wirkstoff-Transport
durch die Haut (lat.: cutis); daher werden im Allgemeinen transdermal
und transkutan synonym verwendet. Streng genommen bezeichnet transkutan
jedoch nur den Transport durch den inneren Teil der Haut, durch die unter
der Epidermis liegende Dermis.
Transfersomen® sind im weitesten
Sinne des Wortes zwei- oder mehrkomponentige Aggregate, welche semipermeable
Barrieren durchdringen und dabei Stoffe von der Auftragungsseite auf die
Wirkungsseite transportieren können. Diese Fähigkeit wird durch
eine ungewöhnlich hohe und selbstregulierende Anpassungsfähigkeit
der Transfersom®-Membran erreicht.
Transkutan bedeutet "durch die
Haut".
Wirkstoff-Träger-Bindung:
Eine Anbindung oder Anlagerung eines Wirkstoffs an einen Träger
ergibt sich zum einen durch Einkapselung des Wirkstoffs in das Innere
eines Vesikel-artigen Trägers. Zum anderen ist eine molekulare Anlagerung
des Wirkstoffs an die Trägeroberfläche möglich. Diese molekulare
Anlagerung basiert idealerweise auf einfacher Adsorption (Physisorption),
kann aber auch chemische Bindungen einbeziehen, sofern dies erforderlich
ist.
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